Über mich

Ein wenig über mich und noch ein bisschen über die Entstehung des Blogs:

2011

Es sind gerade die unschönen und unappetitlichen Themen, die Literatur so häufig interessant machen – Themen, die verstören, erschrecken und Angst machen. Dystopische Literatur zeigt dabei die Gefahren von gegenwärtigen Entwicklungen in Staat, Gesellschaft, Wissenschaft und Technik auf, indem Tendenzen „verlängert“ und häufig konsequent zu  Ende gedacht werden. Insofern spiegeln sie Elemente unsere Gesellschaft wieder und sind eben nicht „nur“ Unterhaltung. Ein Faktor, der für mich persönlich schon immer eine besondere Rolle bei der Bewertung von Literatur gespielt hat.

Zugegeben, auch der utopische Gesellschaftentwurf kann Kritik am Bestehenden sein (und ist es zumeist), aber mir fehlt dabei der „Kitzel“ des Erschauderns vor der Möglichkeit des Zukünftigen. Letzterer Aspekt steht mit den Katastrophen ebenfalls im Mittelpunkt des Blogs.

Mein Interesse an dystopischen Gesellschaften erwachte noch in meiner Grundschulzeit, als ich den Roman Die Wächter von John Christopher las, der mir damals ausgesprochen gut gefiel (Rob Randall ist übrigens der Name der Hauptfigur). Denn nicht zuletzt spielen Bücher in ihm eine wichtige Rolle. Ein weiterer Roman, der mich faszinierte und schockierte (und den ich aus dem Bücherregal meiner Eltern stahl), war 1984 von George Orwell. Ich las ihn in einer Nacht – und wunderte mich, unausgeschlafen wie ich war, auf dem Schulweg darüber, wie stark dieses Buch meine Sicht auf meine Umwelt verändert hatte: Die systematische Manipulation durch Sprache beeindruckte mich dabei besonders.

Literatur hat immer in meinem Leben immer eine große Rolle gespielt – und nicht nur die Genres, mit denen ich mich in diesem Blog auseinandersetzen will. Das ist auch der Grund für mich gewesen (unter anderem) Germanistik zu studieren. Heute arbeite ich als Deutsch- und Geschichtslehrer an einem niedersächsischen Gymnasium.

Wie andere Vielleser habe ich manchmal den Eindruck, dass hinter dem Konsum von Literatur die Reflektion zu stark zurückbleibt – dieser Blog gibt mir dabei die Gelegenheit, noch einmal über das Gelesene nachzudenken und dabei vielleicht auch andere für dieses Genre zu begeistern – und sich mit mir darüber auszutauschen.

2022

Dank der Lektüre von SF trefflich vorbereitet im Jahr der Pandemie

Die Interessen verändern sich – und mit ihnen die Gewohnheiten. Heutzutage lese ich nur noch wenige Romane. Ich lese überwiegend Sachliteratur, vornehmlich über Wirtschaft und Geschichte. Ich besuche viele Konzerte. Ich lerne Sprachen. Das bedarf der Zeit. Negative Zukunftsentwürfe interessieren mich immer noch, auch wenn mir die Corona-Pandemie die Lust auf ein ganzes Subgenre gehörig verdorben hat. Hin und wieder dokumentiere ich meine Lektüre auf diesem Blog. Nach den ganzen Jahren Pause (Der Blog ruhte von 2015-2022) fehlt mir doch das Schreiben über Literatur. Wir werden sehen, wie es mit dieser Seite weitergeht.