Gregor Spörri: The Lost God

Unter der Menge der in den letzten Monaten erschienen Weltuntergangsromane sticht ein Roman hervor: Der literarische Erstling des Schweizers Gregor Spörri, dessen Titel The Lost God. Tag der Verdammnis schon auf den ersten Blick für den Fortbestand der Menschheit nichts Gutes verheißt. Es ist allerdings weniger der Titel als der Aufhänger, den Autor und Verlag gewählt haben, um den Roman an den Leser zu bringen: Denn den Ausgangspunkt des Textes bildet der Fund eines mysteriösen – weil riesenhaften und bestimmt nicht menschlichen  – Fingers durch Gregor Spörri in Ägypten.

Um was es sich bei dem von Spörri entdeckten, abfotografierten und später wieder verschwundenen sogenannten “Relikt von Bir Hooker” handelt, vermag ich nicht zu sagen. Für viele dürfte die Abbildung auf der Innenseite des Schutzumschlages den Roman auf den zweiten Blick besonders interessant machen – wird damit doch der Anspruch erhoben, einen geheimnisvollen, aber vermeintlich “realen” Aspekt unserer Vergangenheit aus einer bitteren Gegenwart in eine entsetzliche Zukunft fortzudenken.

Überzeugend: Der Untergang (fremdverschuldet)

Ausgehend vom Fund des “Reliktes von Bir Hooker” im Jahre 1988 lässt Spörri seine Astronomen Jahrzehnte später seltsame Objekte in Erdnähe und -orbit entdecken, die nach vielem Rätselraten und Hin und Her zuletzt als Vorzeichen eines “zweiten Besuchs” kosmischer Vandalen gedeutet werden. In grausig gehaltenen Szenen, bei denen der Autor nicht mit Schockeffekten geizt, beschreibt Spörri die “Landungen” von mehr als einem Dutzend Fluggeräten, die bei ihrem Niedergang Schneisen der Verwüstung auf allen Kontinenten hinterlassen. Aus der Perspektive zahlreicher Figuren erzählt, ergibt sich so ein oft spannendes Kaleidoskop des Schreckens… und des Sterbens – aber leider auch unter den Protagonisten, denn Spörri hat keine Hemmungen, gerade recht umfangreich eingeführte Figuren gleich wieder zu das Zeitliche segnen zu lassen.

Mit den Überlebenden jedoch mutmaßt der gefesselte Leser über die Funktion der Fluggeräte – und ist am Ende zuletzt genauso schockiert über die Wahrheit wie die Figuren selbst. Denn Spörri entwirft hier ein in seinen Dimensionen geradezu gigantisches Szenario, das er mit einem über alle Erwartungen hinaus düstere Ende verknüpft, welches The Lost God in positivem Sinne von der Masse der Weltuntergangsromane unterscheidet – auch wenn hier und da literarische sowie cineastische Vorbilder nicht nur angedeutet werden, sondern auch bemerkbar sind. Spörri hat mit den hier angestrebten Schockeffekten, die leicht ins Groteske abrutschen können, recht hoch gepokert – und meiner Einschätzung nach gewonnen. Das nenne ich mal ein Ende!

Fragwürdig: Der Untergang (selbstverschuldet)

Der Autor will aber, wie schon der Aufhänger des “Reliktes von Bir Hooker” vermuten lässt, mehr als nur eine unterhaltsame und spannende Geschichte erzählen. The Lost God soll auch eine Bestandsaufnahme unserer Gegenwart sein – mit all ihren Mängeln, Widersprüchen und uns manchmal unbegreiflichen Vorgängen. Das Spektrum, über das Spörri seine zahlreichen Figuren häufig ermüdend referieren und diskutieren lässt, reicht von der Zerstörung des Regenwaldes über die “Klimalüge”, die wirtschaftlichen Verstrickungen der Industriestaaten und der Kunstbranche bis zu dem nicht immer unproblematischen Miteinander der Religionen – bzw. Kulturen und der Prä-Astronautik; gängige Verschwörungstheorien häufig und bekannte Ressentiments manchmal mit eingeschlossen. Falls es hier einen mutmaßlichen Zusammenhang zwischen den diskutierten Themen geben sollte, ist er mir zumindest entgangen (Aber ich halte das Roswell-Ufo ja auch für einen schnöden Spionageballon).

Während an einigen Stellen die Ausführungen noch funktional zum Plot beitragen, stehen sie an anderen Stellen geradezu quer dazu. So muss der Leser miterleben, wie sich ein australischer Fernsehmoderator und ein General ebensolcher Nationalität nach der größten Entdeckung der Menschheit während der anberaumten Sondersendung vor allem nicht mit den gelandeten Raumfahrzeugen und den darin möglicherweise befindlichen Invasoren auseinandersetzen, sondern hauptsächlich mit der Frage, ob der Islam eine “reformierbare” Religion und/oder eine Gefahr für das Abendland (ehemalige britische Gefangenenkolonien im Orient mit eingeschlossen) ist. Nicht erst hier kann sich dem Leser die Vermutung aufdrängen, dass Spörri der Versuchung erlegen ist, seine Figuren zum Sprachrohr seiner selbst zu machen – anstatt den den Plot für sich selbst sprechen zu lassen.

Als Rezensent will man der Versuchung, sich zu den von den Figuren vorgetragenen und im Text jeweils als “zutreffend” markierten Positionen  inhaltlich zu äußern, nicht erliegen  – man muss aber konstatieren, dass The Lost God aufgrund der ‘Exkurse’ –  die gar nicht so stören würden, wenn sie nicht aufgrund ihres Umfanges so häufig im Vordergrund stünden – vielmehr verliert als gewinnt.

Meine Versuche, beide Aspekte des Romans interpretatorisch auf einen Nenner zu bringen, liefen jedenfalls ins Leere. Andere Rezensenten waren da aber erfolgreicher (siehe hierzu die Rezension von Thompsen auf Blackfear.de.

Fazit

Gregor Spörris möchte mit seinem Roman The Lost God. Tag der Verdammnis für meinen Geschmack zuviel. Während er einerseits ein durchaus spannendes und interessantes – weil auch gewagtes – Endzeitszenario entwirft, belehrt der Roman andererseits mittels seiner Figuren den Leser zu vordergründig über die vermeintliche Hintergründe unserer Welt. Und dieser Eindruck verblasst auch nicht, nachdem man schmunzelnd Erich von Däniken im Sonnenuntergang der Menschheit beim Genuss seines letzten exquisiten Weines erleben durfte.

Robert Silverberg: Die Stadt unter dem Eis

Meine Besprechung von Robert Silverbergs Jugendroman Die Stadt unter dem Eis wird nicht lang werden – denn ich möchte nicht mehr Zeit darauf verwenden als auf die Lektüre des 192-Seiten-Textes selbst. Vermutlich hat auch Silverberg selbst nicht allzu lange gebraucht, um die Geschichte zu Papier zu bringen.

Ganz in der Tradition der Abenteuergeschichte schickt Silverberg eine Handvoll New Yorker Helden im 26. Jahrhundert hinaus aufs Eis, um Kontakt mit London aufzunehmen. Wobei “London” und “New York” nicht mehr die Städte sind, die wir darunter verstehen: Denn seit dem 22. Jahrhundert hält eine neue Eiszeit die Erde fest in ihrer Gletscherhand, weswegen sich die Menschen auch tief eingegraben haben. Allzu viel über das Leben in den dichtbevölkerten Höhlen erfährt der Leser aber nicht – denn Silverbergs Protagonisten werden schon auf Seite 10 wegen einer zutiefst verbotenen Kontaktaufnahme mit der Außenwelt verbannt. Hinaus in eine Eiswüste, die trotz fortschreitender Erwärmung immer noch lebensfeindlich ist. Und obwohl sie zahlreichen mehr oder minder glücklich verlaufenden Begegnungen mit den Überlebenden der Eiswelt überstehen müssen, erreichen sie zuletzt jenen unterirdischen Ort, an dem die Nachfahren der britischen Hauptstadtbewohner ihr Leben glücklich verbringen. Aber auch dieses Treffen verläuft nicht ohne Komplikationen – weshalb sie zuletzt sogar am warmen Äquator landen und dabei mithelfen können, die Überlebenden der nördlichen Hemisphäre auf die Zeit nach der Eiszeit vorzubreiten.

Und darin steckt wohl auch die tiefere Botschaft des Textes: Dem Wagemutigen steht die Welt offen –  und falsch ist es, sich mit dem zufrieden zu geben, was du hast. Das ist Falsch-Denk im Sinne der 50er-Jahre-Schreibe – und widerspricht so ganz dem amerikanischen Frontier-Gedanken, dem auch Silverberg sich nicht entziehen kann. Tief verbunden erscheinen in diesem Weltbild Degeneration und Verfall sowie Zufriedenheit und Sich-Begnügen – eine Sicht auf die Dinge, die sich übrigens auch in Romanen deutscher Autoren, z.B. Scheers Die Großen in der Tiefe finden lässt.

Da ist es dann auch müßig, nachzufragen, weshalb die Gruppe überhaupt London, das immer wieder als unerreichbar charakterisiert wird, eigentlich erreichen will… wenn ich eine der Hauptfiguren gewesen wäre, ich hätte mir ein anderes, sinnvoller erscheinendes Ziel gesetzt. Den kuscheligen Äquator zum Beispiel. Deutlich wird in dieser logischen Lücke: Der Wert des Zieles London besteht weniger in einem tatsächlichen, denn einem symbolischen: Der Herausforderung an sich, der sich der Mensch im Sinne der amerikanischen 50-Jahre-SF-Denk nicht entziehen darf.

So verhaftet der Roman dem Zeitgeist auch erscheint: Die Figurenzeichnung  – wenn man das überhaupt so nennen kann – dürfte sich selbst außerhalb dessen bewegen, was der Leser 1963 gewohnt war. Die Figuren werden nur mit einem einzigen Merkmal versehen, das sie von den anderen zu unterscheiden vermag. Einer kann Erste Hilfe leisten, ein anderer ist Biologe – und unser junger Held, mit dessen Augen das Erlebte geschildert wird, kann Judo. Noch holzschnittartiger geht es kaum.

Fazit

Gott sei Dank dauert die Lektüre von Robert Silverbergs Die Stadt unter dem Eis nicht so lange, dass der Leser sich Gedanken darum machen muss, wieso noch 1963 ein Autor seine Helden mit atomar angetriebenen Pistolen und Gewehren im Eis herumstrahlen lässt – und wieso die New Yorker Pistolen einen Meter, die Londoner Gewehre aber nur eine Hand lang sind: Unfreiwilliger Pulp für Jugendliche von Gestern – aber vom Feinsten.

Leif Randt: Schimmernder Dunst über Coby County

Trotz kräftigem Blätterrauschen im Feuilleton ist er 2011 unbemerkt an mir vorbeigegangen: Leif Randts Roman Schimmernder Dunst über Coby County – obwohl der Autor auf den Tagen der Deutschen Literatur für seinen Text mit dem Ernst-Willner-Preis ausgezeichnet wurde.

Aufmerksam auf den Roman wurde ich erst, als er in einem Radiospecial zu den neuesten Dystopien am Rande erwähnt wurde: weil er mit dystopischen Elementen spiele – um ein kritisches Bild unserer Welt zu geben. Deshalb ist Coby County auch ein fiktiver Ort im Nirgendwo, der als ein übersteigertes Abbild unserer utopischen Wunschträume daherkommt: Malerisch am Meer gelegen, leben die Einwohner dort, wo andere Urlaub machen. Wer würde hier nicht gerne sein Geld mit der Leitung eines gutgehenden Hotels oder der Betreuung von erfolgreichen Schriftstellern verdienen? Ein klein wenig erinnert Coby County deshalb auch an Ursa Minor Beta, weil hier ebenfalls eigentlich fast immer Samstagnachmittag ist, kurz bevor die Strandbars schließen.

Als Mikrokosmos bildet Coby County unsere persönlichen Traumwelten als Menschen des 21. Jahrhunderts ab: Man lebt, man genießt – kurz: man konsumiert. Man belastet sich nicht. In so einer perfekten Welt sollte bzw. kann eigentlich nicht viel passieren – vom Highlight des Jahres, dem “Spring Break” Coby Countys einmal abgesehen. Da überrascht es, wenn das Schicksal den Protagonisten dann doch so hart trifft: Erst verlässt sein bester Freund die Stadt, dann seine Freundin ihn persönlich. Kurz darauf ist er arbeitslos. Und dann orakelt auch noch jemand über ein Unglück, das über die Stadt hereinbrechen soll. Was läuft nur so verkehrt in Coby County?

Was läuft denn nun verkehrt in Coby County?

Auch der junge Held des Romans stellt sich diese Frage. Aber eigentlich auch nicht. Besser: Er ahnt, dass irgendetwas nicht so ist, wie es sein sollte. Ihm gelingt es aber nicht, die Frage richtig zu stellen. Er will das in seinen Innersten auch gar nicht, geschweige denn die Antwort formulieren – und vielleicht kann er es auch gar nicht. Außerdem: Seine Freundin ist ersetzbar, die Kündigung nur angedeutet – und sein bester Freund kehrt ja auch wieder zurück, als er selbst sich gerade dazu entschlossen hat, diesem ins zeitweilige Exil zu folgen. Weil es als Option erscheint, da alles gerade nicht so läuft, wie es sollte. Irgendwie. Warum auch immer. Zum Glück entpuppt sich das meteologische Donnerwetter, das auch zeichenhaft als historisches gelesen werden kann, als ein schwacher Wintersturm, den man mit seinen Freunden durchfeiern kann; und der subversive Untergrund der Stadt als Tanzvergnügen. Wer will da noch weiterfragen, warum Tage zuvor nur die zu verschmerzenden Gebäude niedergebrannt sind – und sich die Schöne Neue Welt versauen?

“Ich speichere mein Dokument als Carla.doc”

Wenn der Erzähler des Romans die Frage nicht richtig stellen und keine Antwort geben kann, so muss der Leser für ihn einspringen. Das ist anstrengend – aber gut gemacht. Das muss man nicht wollen – sollte man aber: Weil sonst die Nähe zu diesem “Helden”, der im Text alleine für uns Leser lebt, noch größer würde. Gut, das kann einem auch egal sein. Vielleicht bleibt der Sturm ja aus. Party on. Vielleicht findet man da ja auch den/die nächste/n Lebensabschnittsgefährten.

Weil ich annehme, dass ich energie- und kraftlos bin, warte ich schweigend auf den Hauslift. Als sich die Tür öffnet, sehe ich mich im Spiegel und komme mir breiter und aufgedunsener vor als noch am Morgen. Ich stehe nun also in meinen Frühjahrstextilien da, in dieser ziemlich kurzen Hose und dem weißen Poloshirt, fahre mit dem Lift in den dritten Stock und halte eine Pizzaschachtel auf dem Arm. Seit Carlas SMS sind erst fünfzig Minuten vergangen, doch ich stehe nicht mehr unter Schock und empfinde keine Trauer.

Verständlich. Denn immerhin hat sich Carla die Mühe gemacht, ihm noch eine SMS zu schreiben. Der bewusst oberflächlich gehaltene Ton des Romanes, der manchmal an den von Christian Krachts Faserland erinnert, ist doppelbödig wie die ganze Stadt. Immer wieder stolpert der Leser in seine und ihre Fallen. Und nicht immer macht Randt es dem Leser so einfach wie hier. Dort deprimieren die Bewohner von Coby County dann aber doppelt.

So manches erscheint irgendwie doppelt. Dass dabei hin und wieder einige Momente an Elemente bekannter Popromane erinnern, die ebenfalls die glitzernde Oberflächlichkeit ihrer Gegenwart geißeln – z.B. wenn die der Protagonist nicht mehr entscheiden kann, ob die blonde weibliche Servicekraft mit dem bezaubernden Lächeln, die vor ihm steht, die gleiche ist, die er so gerne mag – überrascht nicht. Denn irgendwie war irgendwie schon einmal da – und alles ist austauschbar. Wie die Servicekraft, das Restaurant oder die eigene Freundin:

CarlaZwei meldet sich zuerst, was sie für mich zusätzlich auszeichnet. Andere Mädchen folgen ja noch diesem Spiel, das man aus alten Telenovelas kennt, dem zufolge sich zuererst der Junge melden muss. Da wir uns bisher nur etwa achtzig Minuten geküsst haben, kommt mir alles noch maximal aufregend vor.

Ich wünschte, der Held hätte die Stadt verlassen, der Sturm sie auseinandergenommen oder die Wahl des Bürgermeisters sich als Betrug entpuppt. Oder der Untergrund wenigstens als politische Organisiation – so wie es sein sollte. Irgendwie. Aber das geschieht nicht. Nicht in Coby County. Nichts geschieht. Und das mehrfach – draußen windet es aber… noch einen Cocktail vielleicht?

R. C. Sheriff: Der Mond fällt auf Europa

Der Untergang der westlichen Zivilisation ist nicht zwangsläufig eine todernste Angelegenheit – den Beweis dafür erbringt R. C. Sherriffs Roman Der Mond fällt auf Europa, der 1939 unter dem Titel An Ordinary Man erstmals erschien. Und das hat nicht wenig mit jenem “Durchschnittsmenschen” zu tun, dessen sehr persönlich gefärbte Schilderung in einer ausgebuddelten Thermoskanne gefunden wird. Sie ist so sogar so subjektiv gehalten, dass sich die abessinischen Gelehrten des 29. Jahrhunderts eines editorischen Seitenhiebs auf den Verfasser des sogenannten Hopkins-Manuskripts nicht enthalten können.

Zur Verteidigung Edgars

Das Unverständnis der Historiker der Zukunft dürfte vor allem auf zwei Dinge zurückzuführen sein: Zum einen verfügen sie über nicht genügend Kenntnisse über die Feinheiten der britischen Hühnerzucht, um Edgar Hopkins Verdienste auf diesem Felde ausreichend würdigen zu können, zum anderen wissen sie offenbar auch nicht, dass der Ich-Erzähler – wie übrigens viele andere Bewohner des kleinen Dörfchens Beadle auch – keine ungewöhnliche Erscheinung in der angelsächsischen Literatur ist. Zugegeben: Dieses höchst britische Unikum ist nicht nur recht eigenbrötlerisch, sondern neigt auch zur Profilierungssucht. Paradoxerweise dürfte gerade letzteres auch der Grund dafür sein, dass Edgar Hopkins sein Wissen vom  bevorstehenden Untergang nicht sofort hinausposaunt, sondern sich vielmehr an seiner neuen Rolle als Geheimnisträger erfreut, die ihm als zahlendem Mitglied der Königlich Britischen Mondgesellschaft zuteil geworden ist. Ja sicher: Ihm gehen als ehemaligem Schulmeister auch jene Feinheiten ab, die jahrhundertelanger Herausbildung bedürfen und die man an Sir Pelham Grenville Wodehouses Figuren so schnell liebgewinnt – dafür ist er aber ein zutiefst ehrlicher Mann, der sich wirklich um seine Mitmenschen sorgt, wenn er seine Eremitage erst einmal verlässt:

Wir waren immer ein freundliches, friedliches Dörfchen gewesen, aber ich hatte bisher nie ein so festes Band der Kameradschaft verspürt… Die Männer riefen einander bei ihren Spitznamen, und ich war fast versucht, John Briggs, dem Zimmermann, zu sagen, dass ich Edgar hieße. Nach längerer Überlegung beschloss ich, es zu unterlassen, denn wenn am 3. Mai nichts Schlimmes passierte, würde es ihm schwerfallen, zu dem pflichtgemäßen ‘Sir’ zurückzukehren.

Und als die Nachricht, dass der Mond aus unbestimmten Grund auf die Erde stürzt, im Königreich endlich bekannt wird, fängt sich Edgar doch recht schnell wieder, obwohl er von den Verantwortlichen nicht – wie eigentlich monatelang erwartet – zu gehobenen Aufgaben beim örtlichen Bunkerbau herangezogen wird, sondern diese ihm nur eine schnöde Schubkarre – wie oben deutlich wird –  in die Hand drücken. Er nimmt es keinem von ihnen persönlich übel (vom Wichtigtuer Dr. Hax einmal abgesehen) und fügt sich sehr schnell in seine neue Bestimmung. Und er erhält sich trotz des drohenden Endes nicht nur seine positive Einstellung, sondern sorgt sich auch noch Jahre später, als er hungernd, frierend und krank im zerstörten London dahinvegetiert, um seine künftigen Leser:

Ich verbrachte den Abend mit der Vorbereitung einer kleinen Rede, zu der man mich auffordern würde, wenn meine preisgekönte Wyandotte-Henne Broodie zum 50. Male ihren Preis erhielt. Ich habe Broodie bisher in meiner Geschichte kaum erwähnt: Ich konnte der Versuchung nicht widerstehen, ihren Namen zurückzuhalten und erst an dieser Stelle ihren Ruhm zu verkünden; ich tat dies, um meine Leser zu überraschen, die vielleicht schon jetzt glauben, mit jedem Zweig meines Erfolges als Hühnerzüchter vertraut zu sein.

Gut, auch mir scheint es, als würde ihn der Tod seiner Mitbürger im Bunker, den er selbst nicht aufgesucht hat, weniger schockieren als die Tatsache, dass auf seiner Wiese ein riesiger Luxusliner liegt – da würde ich von meiner Regierung aber auch die sofortige Entfernung ihres Mülls im Rahmen der Aufräumarbeiten verlangen.

Als Leser erfährt man also – anders als die abessinischen Herausgeber behaupten – eine ganze Menge über England, vor und nach dem Untergang – aber eben aus einer spezifisch kleinbürgerlichen Sicht, die manche auch “kleinkariert” [1] nennen würden.

Zur Anklage Sherriffs

Die Geschichte, die uns Edgar erzählt, hat es seinerzeit sogar in das deutsche Feuilleton geschafft. In der Zeit wurde 1955 zurecht festgestellt, dass der Autor sich, nachdem er gezeigt habe, dass er “gagsicher” wisse, “was im Parkett lande” im zweiten Teil als “Zivilisationskritiker” offenbare. Dort werde die Geschichte endlich “diskutabel” – aber “bleiern”. Richtig ist: Sherriff wollte mehr als unterhaltsamen Klamauk erzählen. Aus diesem Grunde lässt er den überlebenden Europäern auch nur wenige glückliche Monate des gelingenden Wiederaufbaus, bevor sich ihre Armeen um die in den Überresten des Mondes entdeckten Rohstoffe gegenseitig zerfleischen, um dann den (offensichtlich immer) rachsüchtigen Orientalen anheim zu fallen, welche das zerstrittene Europa (schon wieder einmal) in einem wütenden Sturmlauf überrennen.

Deutlich hört man hier eine Warnung vom Vorabend des Zweiten Weltkrieges heraus. Dass hierzu noch einmal die asiatische Gefahr heraufbeschworen wird, wäre nicht nötig gewesen. Die Absicht, vor einem europäischen Bürgerkrieg zu warnen, ist zwar lobenswert, aber der Ruf kann angesichts der Gestaltung des ersten Teiles den Leser kaum noch wirksam erreichen, zumal sich der Text gegen Ende immer stärker in der reinen Schilderung von Abläufen verliert. “Bleiern” ist das noch nicht – dafür ist Sherriffs Stil auch viel zu gut. Mit jener Form des Erzählen geht aber der Verlust der gestalterischen Einheit einher – dem humorvollen lockeren Erzählen zu Beginn steht der zunehmend ernster werdende Ton des Schlusses gegenüber, der den Leser kaum noch erreichen dürfte.

Dass für den anvisierten Zweck des zweiten Teils wissenschaftlichen Erkenntnisse – auch der damaligen Zeit – gehörig ausgeblendet werden müssen, kann der aufgeklärte Leser von heute noch eher verschmerzen.

Fazit

So sehr man über den ersten Teil dieses Science Fiction Romans  – insbesondere wegen der gelungenen Hauptfigur – lachen und schmunzeln kann, so wenig überzeugend gerät der zweite Teil, der in seiner Absicht den Leser nicht mehr erreicht. Trotzdessen gehört Sherriffs Roman mit Sicherheit zu den besseren und lesenswerten des Genres – weil die letzten 100 Seiten die Wirkung der vorhergehenden 400 nur noch wenig schmälern können.

[1] So geschehen in: Alpers, Fuchs, Hahn [Hg.], Reclams Science Fiction Führer, Stuttgart, 1982.

Sterling Noel: Eiszeit

In den späten 50er und frühen 60er Jahren erschien eine ganze Reihe Romane, in denen die Autoren das Bild einer neuen Eiszeit ausmalten – schließlich deuteten die damaligen Klimadaten auch eher auf eine Abkühlung denn auf eine Erwärmung des Planeten hin: So nahmen sich über 10 Jahre unter anderem der berühmte britische Autor John Christopher mit World in Winter (1962), Edmond Hamilton mit SOS – Die Erde erkaltet (1952) und Douglas R. Mason mit Stadt unter Glas (1966) dieses frostigen Szenarios an. Und mittendrin in dieser Reihe abgekühlter Literatur findet sich auch Sterling Noels mit 150 Seiten recht kurzer Roman Die fünfte Eiszeit aus dem Jahre 1959.

Ein Bericht aus dem Jahre 2203

Der Roman, den Noel als eine nachträgliche Schilderung der Ereignisse aus der Perspektive eines Augenzeugen entworfen hat, lässt schon von Beginn an keinen Zweifel daran aufkommen, dass die hereinbrechende Katastrophe nicht den Untergang der Menschheit – oder auch nur der Zivilisation bedeutet.

Denn zeit- und genretypisch wissen die Helden des Romans nicht nur recht frühzeitig darüber Bescheid, dass die Erde ein Feld kosmischen Staubes, welches die Sonneneinstrahlung reduziert, durchquert bzw. lange durchqueren wird, sondern es gelingt ihnen auch mittels diverser technischer Hilfsmittel, so lange unter den Eismassen in ihrer Behausung zu überleben, bis die eigens unter der Leitung eines hervorragenden Wissenschaftlers entworfenen Schneemobile fertig sind, womit der Plot des Romans in seiner Konzeption nicht wenig dem von Edwin Balmers und Philip Wylies Klassiker When Worlds collide ähnelt – unbelehrbare Politiker, die nicht auf das wissenschaftliche Genie hören wollen, mit eingeschlossen .

Drama und Amouren

Bis der Exodus in die wärmeren Äquatorregionen beginnen kann, vergeht also eine gewisse Weile – und so versucht Noel den Leser im ersten Teil des Romanes mit einigen abenteuerlichen Episoden und zwischenmenschlichen Dramen zu unterhalten: Mal muss in ein Nachbargebäude vorgedrungen werden, mal ein durchgedrehter Leidensgenosse unter Kontrolle gebracht werden. Vor allem setzt Sterling aber auf die erotischen Anziehungskräfte einer dunkelhaarigen und -äugigen Femme Fatale, die aufgrund ihrer hormonellen Ausstattung mitten in der Apokalypse keine andere Bestimmung findet, als jedem männlichen Wesen nachzustellen, das sie im Luxusiglu finden kann (Dieses inakzeptable Verhalten ist natürlich dann auch der Grund dafür, dass Noel sie das gelobte Land im Süden nicht erreichen lässt). Gott sei Dank gelingt es den meisten männlichen Expeditionsteilnehmern in spe aber, sich ihrer Attraktion zu entziehen – weshalb die Gemeinschaft  – wenn auch nicht ohne Opfer – denn auch durch das unter mehreren Dutzend Metern Eis begrabene Amerika in Richtung Küste durchqueren kann. Wer weiß… heutigen Helden, die zudem nicht wie die Noels über ein gewissen Maß an Kenntnissen in Küchenpsychologie verfügen, wäre das vielleicht nicht mehr gelungen.

Nach dem Aufbruch tritt naturgemäß das Abenteuer ein wenig stärker in den Vordergrund: Mal wollen die Helden doch noch anderen Menschen helfen, mal dringen sie in die (jetzt) unterirdischen Tiefen der Städet vor, mal verschwindet  ein Eismobil. Das unterhält durchaus – ist allerdings auch nicht sehr einfallsreich.

Fazit

Noels Roman Die fünfte Eiszeit ist nicht nur in vieler Hinsicht ein typischer Roman der 50er Jahre, sondern er bietet auch zu wenig kreative Einfälle, als dass man ihn aus der Menge der Werke besonders hervorheben könnte; weil Die fünfte Eiszeit handwerklich ganz ordentlich gemacht ist, unterhält der Roman durchaus, schmunzeln muss der heutige Leser aufgrund der zeitgenössischen Figurengestaltung aber dennoch.

John Wyndham: Wenn der Krake erwacht

John Wyndham ging es nicht anders als vielen seiner Zeitgenossen zu Beginn des Kalten Krieges: Ihm hatten es Ufos und Invasionen fremder Intelligenzen einfach angetan. Wie schon in Es geschah am Tage X (1957) machen sich dementsprechend auch in Wenn der Krake erwacht (1953) Außerirdische daran, unseren Planeten zu erobern – und wie in Die Triffids (1951) gelingt es der menschlichen Spezies gerade noch einmal, die Angreifer – die diesmal allerdings den Umweg über das Meer wählen – abzuwehren.

Wie in Es geschah am Tage X schildert der Ich-Erzähler retrospektiv die sich über mehrere Jahre erstreckenden Ereignisse. Allerdings gelingt es Wyndham diesmal in viel besserem Maße, den Leser an den Text zu fesseln. Grund dafür ist zum einen die geradezu Lovecraft’sche Erzählhaltung, die in beängstigend ruhigem und reflektiertem Ton die verhängnisvollste Ereignisse wiedergibt und schon in den ersten Sätzen des Romanes deutlich zu Tage tritt:

Es ist merkwürdig, aber praktisch alle Leute behaupten von sich, verlässliche Augenzeugen zu sein – und doch kursieren oft die unterschiedlichsten Versionen von ein und dem selben Vorfall Beinahe die einzigen Menschen, die ich kenne und die Wort für Wort darin übereinstimmen, was sie in jener Nacht des 15. Juli beobachtet haben, sind Phyllis und ich. Und da Phyllis zufälligerweise meine Frau ist, erklärten die Leute später – hinter unserem Rücken natürlich, wie es so ihre freundliche Art ist -, sie hätte sich von mir etwas einreden lassen; ein Gedanke, der allerdings nur jemandem kommen kann, der Phyllis nicht kennt. Folgende Tatsachen stehen fest: die Zeit, nämlich 23.15 Uhr; der Ort: 35° nördlicher Breite, ungefähr 24° westlicher Länge; das Schiff: Die Guinivere; Anlass und Gelegenheit: unsere Hochzeitsreise.

Ausgehend von den sich seit 1947 häufenden UFO-Sichtungen entwirft Wyndham ein schleichendes Invasionsszenario, das sich zwar explizit von Wells Krieg der Welten absetzen will, dennoch aber, wie zurecht angemerkt worden ist, stark an diesen berühmten Vorgänger erinnert. Und das nicht nur, weil die Invasoren, die sich zu Beginn noch mit Tauchglocken und Hochseeschiffen zufrieden geben, bald mittels gepanzerter Fahrzeuge und Biotechnik Jagd auf die schmackhaften Bewohner der tropischen Küstengegenden machen. Die Schilderung dieser nächtlichen Angriffe durch die Augen des Ich-Erzählers, der als Journalist vor Ort ist, gehört mit Sicherheit zu den stärksten Stellen des Romans und besitzt – nicht nur aufgrund des Alters des Textes – eine Menge Charme.

Eine schleichende Apokalypse

Streckenweise kriecht die Handlung des Romans allerdings genauso langsam ihrem Höhepunkt entgegen wie die rätselhaften Aliens ihrem Frühstück – und das obwohl vor allem die Amerikaner schnell mit energischen aber vergeblichen Maßnahmen zur Hand sind (und da der Roman in den 50ern verfasst wurde, versteht man darunter den Einsatz von Atombomben).  Unter der Untätigkeit und Borniertheit der englischen Behörden sowie der Bevölkerung leiden eben nicht nur der Protagonist und seine Frau, sondern auch nach und nach der Leser. Dieser Eindruck verstärkt sich zudem noch, wenn ein weiser Professor in geradezu prophetischer Weitsicht immer wieder die nächsten Schritte der Invasoren voraussagt, die Öffentlichkeit aber stets und immer wieder nicht auf den bemitleidenswerten Rufer in der Wüste hören will.

Wyndham entschädigt den Leser dafür später wieder mit einem bemerkenswert gelungenem Untergangsszenario  – und letzteres ist im wortwörtlichen Sinne zu verstehen. Denn wie in Der Schwarm beginnen die evolutionären Gegner der Menscheit am Klima herumzuspielen und schmelzen nach und nach mittels fortgeschrittener Technik (was in den 50ern Atomkraft bedeuten soll) die Polkappen ab. Im Vergleich mit Stephen Baxters Die letzte Flut beweist Wyndhams Text, dass man das trostlose Szenario eines langsam in den Fluten versinkenden Londons auch mit wenigen Worten, dafür aber eindringlich und fesselnd beschreiben kann.

Am Ende lacht dem Sieger das Leben

Dem Zeitgeist geschuldet ist (nach Millionen von Toten) natürlich das Happy-End, in welchem sich Deus-ex-Machina der Homo sapiens sapiens seiner zwei Adjektive im Kampf mit den Tiefseebewohnern doch noch als würdig erweist. Rätselnd bleibt der Leser nur hinsichtlich des (nicht nur deutschen) Titels zurück: Denn bezüglich des Aussehens des Feindes tappt er genauso im Dunkeln wie die Figuren. Dementspechend ist es nicht nur nachvollziehbar, sondern durchaus auch sinnvoll, dass die Neuauflage von The Kraken wakes unter dem Titel Die Kolonie im Meer erschienen ist. Auch wenn damit der vom Autor intendierte Bezug zu Alfred Tennysons Gedicht The Kraken verlorengeht.

Fazit

Wyndhams Roman Wenn der Krake erwacht wird durchaus zurecht als ein Klassiker des Science Fiction, (genauer: des Subgenres der Alieninvasion) bezeichnet, selbst wenn er hier und da ein paar kleine Schwächen aufweist. In den 60 Jahren, die seit seiner Entstehung vergangen sind, hat er kaum etwas von seinem Charme verloren. Vielleicht ist sogar das Gegenteil der Fall.

John Wyndham: Es geschah am Tage X

Der erstmals 1957 erschienene Roman The Midwitch Cuckoos des britischen Autors John Wyndham ist ein gutes Beispiel dafür, wie man als Autor eine vielversprechende Idee, die durchaus geeignet ist, dem Leser wohlige Gruselschauer über den Rücken zu jagen, gekonnt kaputtschreiben kann.

Die Handlung des Romanes, der unter dem Titel Es geschah am Tage X in einer älteren, und unter dem Titel Kuckuckskinder nun seit wenigen Jahren in einer neuen Übersetzung vorliegt, dürften den meisten aufgrund ihrer Verfilmung als Das Dorf der Verdammten bekannt sein:

Der (eigentlich  vielversprechende) Inhalt

Rätselhafte Ereignisse hindern den Erzähler und seine Ehefrau daran, in ihren kleinen beschaulichen Wohnort Midwitch zurückzukehren, denn jenseits einer unsichtbaren und kreisförmig verlaufenden Barriere, deren Mittelpunkt ein seltsames Objekt bildet, schläft das Dorf einen Dornröschenschlaf. Der Erleichterung, als sich nach wenigen Stunden alles wieder zu normalisieren scheint, folgt Entsetzen, als man feststellen muss, dass sämtliche Frauen des Ortes schwanger sind.

Die 61 Kinder, die infolge des mysteriösen Ereignisses geboren werden, ähneln sich aufgrund ihrer blonden Haare und goldenen Augen nicht nur äußerlich erschreckend, sondern bilden offensichtlich auch zwei Kollektivintelligenzen: Eine männliche und eine weibliche. Zur Durchsetzung ihres Willens und ihrer Verteidigung machen die Kinder zudem hemmungslos von ihren erschreckenden psychischen Kräften Gebrauch. Die Ereignisse spitzen sich zu, als sich 9 Jahre später die doppelt so schnell reifenden Invasoren einem aufgebrachtem Mob von Einheimischen erwehren müssen und die Regierung der U.d.S.S.R. mittels Atomgranaten ein Dorf, in dem sich Ähnliches abgespielt hat, ausradiert. Da von der britischen Regierung kaum eine solch konsequente Lösung wie unter der kommunistischen Diktatur erwartet werden kann, schmuggelt der “Weise” von Midwitch, welcher aufgrund seiner Lehrtätigkeit das Vertrauen der Kinder genießt, eine Bombe in ihr Heim und sprengt sich mit ihnen in die Luft.

Vom gelungen Anfang…

An Wyndhams Roman, den man übrigens durchaus auch als literarischen Reflex auf die Paranoia vor einer kommunistischen Bedrohung in der McCarthy-Ära interpretieren kann, lässt sich gut die Verwandschaft von Aliens im Science Fiction mit den phantastischen Horror-Monstern und bedrohlichen Spukgestalten der Gothic-Novel erkennen. Zu Beginn schafft Wyndham mit seiner amüsanten Beschreibung der kleinen ländlichen Dorfgemeinde und ihrer Bewohner nebst dem aus der britischen Belletristik zur Genüge bekannten unterhaltsamen ironischem Unterton eine Atmosphäre der Normalität, die wenig später durch den Einbruch des Phantastischen jedoch grotesk konterkarriert wird – wodurch sich nicht nur bei den zeitgenössischen Lesern ‘Gruseln’ einstellen dürfte. Die auftretenden Kollektivintelligenzen erinnern – auch durch ihre Fähigkeiten – eher an einen unerwünschten Besuch aus dem Jenseits denn an den unser lebenden Verwandtschaft vom Mars. Genretypisch werden dementsprechend die Hintergründe der “Invasion” im Verlauf des Romanes auch konsequent nicht aufgeklärt – weil mehr als ein BIick hinter den Schleier die Wirkung des phantastischen “Risses” in unserer Welt, welche typischerweise auch nur durch den Einsatz eines herausragenden Helden gerettet werden kann, sofort zunichte machen würde.

… zum enttäuschenden Rest

So vielversprechend der Roman auch beginnt – spätestens nach dem ersten Drittel stellt sich beim Leser Ernüchterung ein. Da die ironische Erzählhaltung ihre Schuldigkeit getan hat, wird sie zugunsten teilweise kruder Dialoge, die nun den Text gänzlich zu dominieren beginnen, fallen gelassen. Weil der Einbruch des Phantastischen dauerhaft geworden ist, muss Wyndham nun beständig mit rätselhaften Erscheinungen nachlegen, wenn der Roman seine Wirkung auf den Leser nicht verfehlen will. Er tut es trotzdem – weil sich die vielversprechende Stimmung des Anfangs in der Unterhaltung der Figuren untereinander nicht mehr einstellen will. So wenig die zweite Hälfte des Textes schon alleine literarisch überzeugen kann, so wenig kann sie es im Vergleich mit dem Beginn des Romans. Angesichts des Stilbruches fragt man sich, wo die Ursache zu suchen ist: Ob Wyndham nach den ersten 50 Seiten bemerkt hat, dass ihm einfach nicht genügend Raum zu Verfügung steht? Ob er an dem Roman einfach die Lust verloren hat? Ob ihm aufgegangen ist, dass seine anfängliche Strategie auf Dauer nicht erfolgreich sein kann? Ob er seinen Stoff nicht meistern konnte? Und zuletzt: Ob vielleicht nicht doch ein konsequenterer Schwenk in Richtung SF den Roman gerettet hätte?

Fazit

Nach der Lektüre des spannenden Romanes Die Triffids wirkt Wyndhams Es geschah am Tage X nur noch enttäuschender. Trotz eines vielversprechenden Anfanges gelingt es dem Autor nicht, seinen Stoff in eine Form zu bringen, die überzeugen kann. Das Ergebnis ist selten genug: Die Verfilmung des Romanes aus den 60er Jahren ist besser als seine literarische Vorlage.

Ronald Wright: Die Schönheit jener fernen Stadt

Weitgehend unbemerkt erschien 2008 in Deutschland Ronald Wrights Roman Die Schönheit jener fernen Stadt, der als Fortsetzung von H. G. Wells berühmter Zeitmaschine im englischsprachigen Raum ein Jahr zuvor durchaus einige Erfolge verbuchen konnte.

Nun ist das Anknüpfen an eine derart berühmte Vorlage durchaus heikel. Nicht umsonst waren die ersten  Fortsetzungen von The Time Machine wie Egon Friedells Die Rückkehr der Zeitmaschine und Wilhelm Bastinés Die wiedergefundene Zeitmaschine eher humoristisch-satirischer Natur. Letzteres trifft auf Wrights Scientific Romance, obwohl auch hier die Zeitmaschine zurückkehrt und die Kommentare des Ich-Erzählers den Leser durchaus hin und wieder schmunzeln lassen, allerdings nicht zu.

Der Inhalt

Der Beginn des Romanes dürfte die meisten Leser zunächst einmal irritieren. Während Wells Protagonist vornehmlich Interesse an der Zukunft zeigt, besitzt für Wrights Helden David Lambert die Vergangenheit – nicht nur weil er Historiker und Wells-Experte ist, eine besondere Bedeutung: Dementsprechend berichtet er seinem alten Studienfreund Bird in jenem Brief, der den ersten – höchst sehnsuchtsvollen – Teil des Romanes bildet, zum einen von einer merkwürdigen Botschaft aus der Zukunft respektive Vergangenheit, die ihn in den Besitz der Zeitmaschine gebracht hat, und zum anderen arbeitet er auch die zunehmende Entfremdung zwischen sich, dem Adressaten und ihrer ehemaligen gemeinsamen Freundin Anita auf, die er trotz seiner Gefühle jahrelang aus den Augen verloren und von deren Tod durch die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit er nun erfahren hat. Ebenfalls infiziert will er in der Hoffnung auf Heilung in die Zukunft reisen.

Im Jahre 2500 angekommen findet David ein menschenleeres und von tropischischen Pflanzen und Tieren beherrschtes London vor. Die eindrucksvollen Beschreibungen der verwilderten Landschaft und der städtischen Ruinen sind dabei zunehmend von wachsenden Gefühlen der Einsamkeit geprägt, die auch die Bekanntschaft zu einem höchst friedlichen Panther nicht dauerhaft verhindern kann. Auf der Suche nach weiteren Überlebenden verlässt er die deprimierende Metropole und macht sich auf den Weg nach Norden – nicht ohne Plätze seiner Kindheit aufzusuchen und erste Hinweise auf die Ursachen des Unterganges der Zivilisation zu finden. Als er paradoxerweise an den Ufern von Loch Ness eine primitive Stammesgemeinschaft von dunkelhäutigen Schotten findet, erschließen sich ihm nach und nach die Gründe für das Ende der bekannten Welt: Der Creuzfeldt-Jakob-Krankheit folgten weitere Seuchen nach, die in Kombination mit einem drastischen Klimawandel den Untergang herbeigeführt haben, den auch die drastischen Maßnahmen eines Regimes nicht verhindern konnten. Eine Heimat findet David jedoch bei den letzten Menschen Englands nicht mehr – wie sie einst sieht er sich Anfeindungen und Intrigen ausgesetzt, die ihn zur erneuten Reise durch die Zeit veranlassen.

Durch die romantische Brille gesehen

Wrights Roman ist eine höchst bunte Mischung geworden – das wird nicht jedem Fan des Genres gefallen. Vor allem der erste, über weite Strecken sehr reflexive Teil zeigt, dass Wright einfach mehr wollte als ein weiteres postapokalyptisches Abenteuer zu erzählen. Die emotionale Tiefe des Werkes gründet sich vor allem auf diese ersten Seiten, die vor trotz humoriger Momente vor allem von der Sehnsucht betimmt werden.

Das anschließende Last-Man-Szenario lebt stark von seinen Beschreibungen, die trotz ihrer deutlichen romantischen Stilisierung eher zu den besseren des Genres gehören und jene trostlose Stimmung vermitteln, die man hier einfach erwartet; sie wiegen die naturgemäße Handlungsarmut dieses höchst atmosphärischen Abschnittes bei weitem auf.

Eher schwach sind die Abenteuer des Helden in den schottischen Bergen geraten. Die Versuche Wrights, durch groteske Details zu verbergen, dass das meiste einem doch irgendwie bekannt vorkommt, schlagen fehl – auch wenn sie nicht wenig zur Atmosphäre des Schlusses beitragen: Erfolgreich führt Wright vor, wie unsere vermeintlichen kulturellen und technologischen Errungenschaften genauso vergehen wie unsere absolut geglaubten Werte. Nach den letzten Seiten kehrt der Leser dementsprechend auch mit einem bedrückenden nihilistischen Gefühl von Verlorenheit angesichts der Zeit und der sinnentleerten Geschichte in seine eigenes Jahrhundert zurück. Das vermag durchaus nicht jeder Roman des Genres – und macht Die Schönheit jener fernen Stadt durchaus lesenswert.

Fazit

Ronald Wrights atmosphärischer und streckenweise etwas handlungsarmer Roman Die Schönheit jener fernen Stadt wird sicher kein Klassiker werden wie H. G. Wells Zeitmachine – aber er vermittelt insgesamt jene romantisch-düstere Stimmung, die man sich von einem postapokalyptischen Roman, der vom potentiell letzten Menschen und der Zeit nach unserer Zeit erzählt, wünscht. Die motivischen Seufzer der Romantik, die Wright hier noch einmal erklingen lässt, verfehlen ihre Wirkung auf den Leser auch im 21. Jahrhundert nicht.

Robert Silverberg: Die Jahre der Aliens

In 1997 seinem erschienenen Roman die Jahre der Aliens nimmt sich Robert Silverberg, wie schon der Titel vermuten lässt, eines klassischen Themas der Science Fiction an: Der Invasion der Erde durch eine fremde Spezies aus den Weiten des Alls.

Obwohl sich durchaus Parallelen, vor allem zum Schluss des Textes, zu Wells berühmten Krieg der Welten erkennen lassen, hat der mehrfach mit dem Hugo-, Nebula-, und Locus-Award ausgezeichnete amerikanische Autor nicht einfach nur einen weitere lesbare Variante eines schon hinreichend  bekannten Plots verfasst, sondern etwas durchaus eigenes geschaffen.

Übermächtige Aliens machen jeglichen Widerstand unmöglich

Zum einen sind die Aliens den Menschen haushoch überlegen; Gut, könnte man sagen, das gehört zum Genre des SF-Invasionsromans dazu, alle Autoren behaupten das. Es macht den Roman erst überhaupt möglich und hinreichend spannend. In Silverbergs Die Jahre der Aliens stimmt das aber endlich einmal wirklich: Gleich drei fremdartige Aliensspezies landen überall, greifen sich ein paar Geiseln, verweigern jegliche Kommunikation und schalten nach einem missglückten Angriff seitens irgendwelcher nationalen Armeen in Asien, Europa oder Asien weltweit jegliche Elektrik für einen Monat ab – und das wars auch schon mit der menschlichen Gesellschaft, wie wir sie kennen. Game over.

Ja? Ha!, könnte auch da der Experte sagen: Das sei doch immer so. Jetzt beginne doch die eigentliche Geschichte erst: Der Guerilla-Kampf der wagemutigen Helden gegen einen übermächtigen, fiesen und womöglich auch enorm hässlichen Gegner. Nicht so jedoch bei Silverberg. Die tonangebenden Aliens, welche irgendwie an Tintenfische erinnern, wirken nicht nur faszinierend schön auf die meisten Menschen, sondern sie machen jegliche Angriffe in ihrer Nähe durch telepathische Kräfte unmöglich. Und als doch einmal irgendwem irgendetwas gelingt, setzten die neuen Herrscher der Erde einen – vermutlich auf Nanotechnologie basierenden – vorbereiteten Erreger frei, der die Hälfte der Menschheit tötet (was angesichts der Zahl des Menschen auf diesem Planeten meiner Ansicht nach eine durchaus einleuchtende Strategie ist). Oder der Strom wird als erzieherische Maßnahme mal wieder abgestellt. Das ausbrechende Chaos genügt den meisten Menschen vollkommen, um sich mit der neuen Ordnung irgendwie zu arrangieren und als Quislinge in die Dienste der unnahbaren und bis zum Ende mysteriös bleibenden neuen Herren zu treten.

Eine amerikanische Musterfamilie vereint sich unter dem Banner der Freiheit

Recht eigen ist auch, dass Silverberg nicht durchgängig eine handvoll Helden ins Zentrum seines Romans stellt, sondern eine amerikanische Familie, die angesichts der Katastrophe auf der Familienranch wieder zueinander gefunden hat und sich selbst zunehmend als Kern des Widerstands und Keimzelle einer potentiellen neuen US-Gesellschaft versteht. Gut 55 Jahre begleitet der Leser die aufeinander folgenden Generationen, die sich immer wieder neu daran machen, irgendeinen Plan zu entwickeln, mittels dessen man den Gegner aus dem All endlich besiegen könnte, – und von seiner Durchführung dann doch lieber wieder abzusehen.

Silverbergs Mühe, eine WASP-Familie reinsten Wassers unter der Führung eines jeweiligen Clanoberhauptes zu entwerfen, wirkt dabei manchmal sehr befremdlich auf den deutschen Leser. Ich musste zumindest des öfteren an Bonanza denken, auch wenn Mr. Ben Cartwright hier (immer wieder übrigens) Anson Carmichael heißt. Zugute halten muss man angesichts der immer weiter zunehmenden Zahl an Figuren, dass es Silverberg gelingt, ihnen jenseits der republikanischen Familien-Stereotype jeweils eine  eigenständige Persönlichkeit zu verschaffen. Da den meisten Figuren allerdings das Betätigungsfeld und der Raum fehlt, in welchem sie sich in den Augen des Lesers profilieren könnten, greift er hierfür ununterbrochen auf die direkte Charakterisierung in längeren Passagen zurück, welche nicht nur häufig Redundanzen erzeugt (leider habe ich nicht mitgezählt, wie oft irgendeiner Figur die typischen äußeren Merkmale der Familie zugeschrieben werden), sondern auch das Lesevergnügen hin und wieder deutlich schmälern. Wenn allerdings Silverberg einem Mitglied der Familie endlich einmal den Platz verschafft aus dem Clan heraus- und hervorzutreten, dann überzeugt die Figur stark.

Ein Roman mit Anlauf

Bevor Silverbergs Erzählstrategie in Die Jahre der Aliens richtig funktionieren kann, braucht der Roman allerdings ein wenig Zeit. Natürlich harrt man als Leser des beginnenden Gegenschlags der Helden. Doch dieser erfolgt wider Erwarten nicht – oder zumindest nicht so, wie man es aus anderen Romanen des Genres kennt. Das Spiel mit den Rezeptionserwartungen des Lesers betreibt Silverberg also ziemlich geschickt – man muss sich aber darauf einlassen – schließlich muss nicht jeder Invasionsroman mit Schlachtszenen im Military-SF-Stil aufwarten. Zugute halten muss man Silverberg auch, dass das Ende des Romanes – auch wenn hier wieder wie Wells Der Krieg der Welten deus ex machina die Rettung daherkommt – dem Roman nichts von seiner Gesamtatmosphäre nimmt. Etwas, das Weber in Der Widerstand überhaupt nicht gelungen ist.

Ein wenig Anlauf hat übrigens offensichtlich auch der Übersetzer gebraucht: Vor allem zu Beginn des Romanes fallen eine ganze Reihe fragwürdige Formulierungen ins Auge; so heißt es, um nur ein Beispiel zu nennen, welches mir zufällig in Erinnerung geblieben ist, dass die Ranch schon seit Generationen im Familienbesitz von seiner [Ansons] Frau war, anstatt: seit Generationen im Besitz der Familie seiner Frau. 

Fazit

Silverbergs Roman Die Jahre der Aliens ist ein interessanter Vertreter des Genres, der zum einen ohne Spannungsverlust ruhiger daherkommt, als man es gewohnt ist, und zum anderen bekannte Erzählmuster gekonnt variiert. Noch besser hätte der Roman aber werden können, wenn Silverberg die Figurengestaltung, hin und wieder ein wenig anders angegangen wäre.

H. G. Wells: Der Stern der Vernichtung

Wells Erzählung Stern der Vernichtung aus dem Jahre 1897, die in der gleichnamigen Anthologie aus dem Heyne Verlag noch nicht einmal 9 ganze Seiten umfasst, entwirft – wohl zum ersten Mal in der Literatur – den Zusammenstoß zweier Planeten: Unserer Erde und einem glühenden Ball, der nach der Kollison des Neptun mit einem weiteren Himmelskörper entstanden ist.

Innerhalb weniger weniger Tage wird aus der anfänglichen Ruhe der Bevölkerung Entsetzen und Unruhe, denn jedem, der in den Himmel blickt, bemerkt, dass der Feuerball rapide wächst. Nachdem ein berühmter Mathematiker nicht nur einen Einschlag vorhergesagt hat, sondern für den Fall eines Vorbeifluges schwere Erdbeben, Stürme und Überschwemmungen, reagieren die Menschen in unterschiedlicher Weise. Während die einen beten oder in die Berge fliehen, versuchen andere, die Bedrohung zu ignorieren oder reden sich die potentielle Ungefährlichkeit des Objektes ein. Als der Planet, der sich offenbar auf dem Wege zur Sonne befindet, am Nachthimmel die Größe des Mondes erreicht hat, bewahrheiten sich die Voraussagen des Mathematikers: Das Eis an den Polen und der Schnee auf den Bergen schmilzt, Flutwellen verheeren die Ufer der Flüsse sowie die Küsten der Meere, Vulkane brechen aus, die Hitze wird in vielen Ländern unerträglich. Am nächsten Tage jedoch erkennen die Menschen, dass der die Erde passiert hat. Dennoch sind die Folgen katastrophal: Der Planet hat die Erde in eine Umlaufbahn gezogen, welche der Sonne näher ist. Damit verändert sich auch das Angesicht der Erde, auf der die Menschen nun bis zu den Polen leben.

Das bemerkenswerteste an dieser Erzählung, die sich aufgrund ihres nüchtern berichtenden Stiles liest wie das Skript zu einer Verfilmung, ist der Standort des allwissenden Erzählers, der zuletzt sogar höchst überraschend die Bemerkungen von außerirdischen Wissenschaftlern auf dem Mars zur Katastrophe auf der Erde wertend und sentenzhaft kommentiert. Denn in deren Augen erscheinen die dramatischen Veränderungen auf der Erde wenig schwerwiegend insofern, als der Abstand zu den Ereignissen deren Bedeutung deutlich relativiert. Der Erzähler steht so nicht nur außerhalb des von der Katastrophe betroffenen Raumes – was nicht von Anfang an deutlich ist -, sondern überblickt von seinem olympischen Erzählerstandpunkt sogar die Perspektiven der Bewohner zweier Planeten und kann deren Sichtsweisen mit einander in Beziehung setzen und kommentieren.

Auch zuvor bewegt sich der Text zwischen zwei Ebenen des Ereignisses:  Dem Himmelsschauspiel selbst bzw. den verheerenden Naturkatastrophen in dessen Folge, die eindringlich beschrieben werden, sowie den nachfolgenden Reaktionen der Menschen, die sehr differenziert dargestellt werden. Die Funktion beider Ebenen erfüllt sich in ihrer Orientierung hin auf den überraschenden und belehrenden Schluss der Erzählung, der letztendlich so auch die Haltung des Rezipienten selbst zum Thema macht.

Auch wenn die Anlage ganz geschickt gemacht ist, konnte mich die Poes Erzählung nicht überzeugen, da sie hauptsächlich von ihrer Konzentration auf das Ende lebt – dieses heutzutage aber wenig beeindruckt, sondern eher verwundert. Zugute halten kann man ihr aber, dass sie zum einen die Entdeckung eines 9. Planeten um 30 Jahre vorwegnimmt und zum anderen auch Ideenlieferant für Werke wie When Worlds collide von Philip Wylie und Edwin Balmer war, die den Zusammenstoß von Planeten mit Abenteuerelementen zu Romanen ausbauen.